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Die eigene Trauerfeier zu Lebzeiten planen

Autorenbild: Anke Elich
Anke Elich
24. Aug.
5 Min. Lesezeit

Sich mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen, fällt wohl den wenigsten Menschen leicht. Doch gerade wenn man älter wird oder weiß, dass die eigene Lebenszeit begrenzt ist, kann der Gedanke an den eigenen Abschied immer mehr Raum einnehmen.

Vielleicht entstehen Fragen danach, was einmal bleiben soll. Wie die eigene Trauerfeier aussehen könnte. Welche Musik dort gespielt werden soll. Welche Geschichten aus dem eigenen Leben erzählt werden dürfen. Und vielleicht auch, was man den Menschen, die einem besonders nahestehen, noch mit auf den Weg geben möchte.


Die eigene Trauerfeier schon zu Lebzeiten zu planen, kann zunächst befremdlich oder auch beängstigend wirken. Gleichzeitig kann darin etwas Beruhigendes liegen: den eigenen Abschied ein Stück weit selbst mitzugestalten und zu wissen, dass die eigenen Wünsche und Gedanken später ihren Platz finden.


Dabei geht es nicht darum, jedes Detail vorzugeben. Vielmehr geht es um die Fragen:

Was wäre mir für meinen Abschied wichtig? An welche Momente erinnere ich mich besonders gern zurück? Und was möchte ich den Menschen, die ich liebe, für ihren weiteren Weg mitgeben?


Wenn ein geliebter Mensch verstirbt, müssen Angehörige innerhalb kurzer Zeit viele Entscheidungen treffen. Gleichzeitig ist da die Trauer und mit ihr vielleicht auch die Sorge, den Abschied nicht so zu gestalten, wie der verstorbene Mensch es sich gewünscht hätte.


Welches Lied hätte ihm gefallen? Welche Blumen hätte sie sich ausgesucht? Hätte er sich eine klassische Trauerfeier gewünscht oder hätte das eigentlich gar nicht zu ihm gepasst? Welche Geschichten aus ihrem Leben sollten unbedingt erzählt werden?

Und irgendwann vielleicht auch die Frage: Ist das, was wir planen, eigentlich richtig so?


Wer sich zu Lebzeiten mit dem eigenen Abschied beschäftigt und seine Wünsche festhält, kann seinen Angehörigen einen Teil dieser Unsicherheit nehmen. Nicht, indem jede Entscheidung vorweggenommen wird, sondern indem man ihnen etwas an die Hand gibt, an dem sie sich später orientieren können.


So kann die Gewissheit bleiben: Wir wissen, was ihr wichtig war. Wir wissen, worüber er sich gefreut hätte.

Und gerade in einer Zeit, in der ohnehin vieles schwer ist, kann das eine wertvolle Entlastung sein.


Wie persönlich darf eine Trauerfeier sein?

Eine Trauerfeier muss keinem festen Schema folgen. Und wer den eigenen Abschied zu Lebzeiten mitgestalten möchte, darf sich deshalb zunächst einmal fragen: Was passt eigentlich zu mir?


Vielleicht gibt es ein Lied, das einen seit der Jugend begleitet und unbedingt gespielt werden soll. Bestimmte Blumen, die man schon immer geliebt hat. Ein Lieblingsbild, das bei der Feier aufgestellt werden darf.

Vielleicht möchte man nicht, dass alle Menschen Schwarz tragen. Vielleicht gibt es ein Gedicht oder einen Text, der einem etwas bedeutet. Auch ein persönliches Ritual bei der Trauerfeier kann den eigenen Abschied mitgestalten. Oder vielleicht wünscht man sich, dass die Familie nach der Feier nicht nur zum gemeinsamen Kaffee zusammensitzt, sondern mit einem Glas des Lieblingsweins auf die gemeinsame Zeit anstößt.


Auch Gedanken zur Bestattungsart, zum Ort der Trauerfeier und zur Atmosphäre des Abschieds können festgehalten werden.

Dabei muss keineswegs ein fertiges Drehbuch für die eigene Trauerfeier entstehen. Wie viel ein Mensch vorgeben möchte, ist ganz individuell.


Oft können schon einige Wünsche und Grundzüge wertvoll sein. Sie geben den Angehörigen Orientierung und lassen ihnen gleichzeitig den Raum, den Abschied später auch nach ihren eigenen Bedürfnissen zu gestalten.


Wenn die eigene Stimme noch einmal hörbar wird

Für mich geht die Planung einer Trauerfeier zu Lebzeiten aber noch über die Gestaltung des eigentlichen Abschieds hinaus.

Denn wenn ich mit einem Menschen selbst über seinen späteren Abschied sprechen darf, kann ich seine Lebensgeschichte aus einer ganz besonderen Perspektive kennenlernen: aus seiner eigenen.


Welche Ereignisse haben sein Leben geprägt? Worauf ist er stolz? Welche Menschen waren besonders wichtig? Welche gemeinsamen Erlebnisse sind bis heute unvergessen? Was brachte ihn besonders oft zum Lachen? Was hat ihm in schwierigen Zeiten geholfen? Und was möchte er den Menschen, die ihm nahestehen, unbedingt noch mitgeben?

Dabei können Geschichten zum Vorschein kommen, die später einmal Teil der Trauerrede werden dürfen.


Vielleicht erzählt ein Vater eine Erinnerung an seine Tochter, die sie selbst längst vergessen hat. Vielleicht möchte jemand seinem Partner noch einmal sagen, wie wichtig die gemeinsamen Jahre für ihn waren. Vielleicht gibt es eine Geschichte, die die Familie noch gar nicht kennt und die ganz bewusst für diesen besonderen Tag hinterlassen werden soll.


Ich finde den Gedanken schön, dass bei einer solchen Trauerfeier nicht ausschließlich über einen Menschen gesprochen wird. Durch seine Erinnerungen und Gedanken kann ein kleines Stück seiner eigenen Stimme noch einmal hörbar werden.

Dazu können auch persönliche Worte gehören.


Vielleicht gibt es etwas, das die Kinder für ihren weiteren Weg wissen sollen. Einen Wunsch für den Partner. Ein paar Zeilen für einen engen Freund. Eine Lebensweisheit, die weitergegeben werden soll. Oder einfach ein letztes Danke.

Solche Gedanken können Teil der späteren Trauerrede werden. Wer möchte, kann auch persönliche Briefe oder kleine Nachrichten verfassen, die für einzelne Herzensmenschen bestimmt sind und nach dem Tod ihren Empfänger erreichen.


So wird aus der Frage „Wie soll meine Trauerfeier aussehen?“ irgendwann vielleicht eine noch viel persönlichere:

„Was möchte ich den Menschen hinterlassen, die ich liebe?“


Ein Abschied, der auch den Angehörigen gehört

So wichtig die eigenen Wünsche sein dürfen, eine Trauerfeier ist vor allem auch für diejenigen da, die zurückbleiben.

Deshalb finde ich es wichtig, bei einer Planung zu Lebzeiten nicht zwangsläufig jedes Detail festzulegen.

Wenn der Tag des Abschieds gekommen ist, möchte ich auch mit den Angehörigen sprechen. Ich möchte ihre Erinnerungen hören, ihre Geschichten kennenlernen und erfahren, wie sie den Menschen erlebt haben.


Denn ein Leben besteht aus vielen Perspektiven. Der Mensch selbst, sein Partner und seine Kinder heben vielleicht ganz unterschiedliche Momente und Erlebnisse besonders hervor. Was für den einen nur eine kleine Geschichte am Rande war, kann für den anderen zu den schönsten Erinnerungen der gemeinsamen Zeit gehören.


Bei einer zu Lebzeiten geplanten Trauerfeier können diese Perspektiven später zusammenkommen.

Die Erinnerungen der Angehörigen verbinden sich mit den Geschichten und Gedanken, die der verstorbene Mensch selbst hinterlassen hat. So kann eine Trauerrede entstehen, in der sich die Familie wiederfindet und in der vielleicht trotzdem die eine oder andere kleine Überraschung auf sie wartet.


Wie ich Sie bei der Planung Ihrer Trauerfeier begleite

Wenn Sie sich vorstellen können, Ihren eigenen Abschied mitzugestalten, können wir gemeinsam festhalten, was Ihnen für diesen Tag wichtig ist.

Gemeinsam können wir Ihre Wünsche für den späteren Abschied festhalten, Erinnerungen und Inhalte für eine spätere Trauerrede sammeln und, wenn Sie das möchten, persönliche Worte für Ihre Angehörigen formulieren.


Vielleicht wissen Sie schon ganz genau, wie Ihr Abschied einmal aussehen soll. Vielleicht haben Sie bisher nur einen einzigen Gedanken im Kopf. Und vielleicht möchten Sie zunächst einfach herausfinden, wie es sich anfühlt, über all das zu sprechen.

Auch dafür darf ein erstes Gespräch da sein.


Denn vielleicht bedeutet die Beschäftigung mit der eigenen Trauerfeier am Ende nicht nur, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen.


Vielleicht bedeutet sie auch, noch einmal ganz bewusst auf das eigene Leben zu schauen. Auf die Menschen, die es besonders gemacht haben. Auf Geschichten, die bleiben sollen. Und auf all das, was man seinen Liebsten noch mit auf den Weg geben möchte.


Wenn Sie diesen Weg nicht alleine gehen möchten, bin ich gerne für Sie da.

Schreiben Sie mir gerne eine Nachricht und erzählen Sie mir von Ihren Gedanken und Wünschen.


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